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Die Evangelische Kirchengemeinde Saarbrücken-Mitte hat eine Partitur des „Großen Lobgesangs“ des Komponisten Johannes Driessler an das Saarländische Landesarchiv übergeben. Das Original-Manuskript aus dem Jahr 1959 war im Frühjahr bei Aufräumarbeiten am Ludwigsplatz zufällig entdeckt worden.
Johannes Driessler (1921-1998) gehört zu den bedeutenden deutschen Komponisten der Nachkriegszeit. Sein Schaffen umfasst zahlreiche geistliche Werke, in denen er traditionelle Formen mit einer eigenständigen, modernen Tonsprache verbindet. Der „Große Lobgesang“ zählt zu seinen groß angelegten geistlichen Kompositionen.
Bei dem nun wiederaufgetauchten Manuskript handelt sich um ein bisher unbekanntes Exemplar der Kantate. Der aus dem Saarland stammende Driessler verfasste den „Großen Lobgesang“ im Auftrag des Saarbrücker Kirchenmusikdirektors Karl Rahner anlässlich der provisorischen Wiederindienststellung der Ludwigskirche, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden war. Die Komposition wurde in der Ludwigskirche während der Übergangsphase ihrer Renovierung durch den Architekten Rudolf Krüger (1959-1962) uraufgeführt.
„Das Manuskript hat damit nicht nur einen kirchenmusikalischen Wert, sondern es handelt sich um ein regionalgeschichtlich wertvolles Zeugnis aus der Historie der Ludwigskirche“, sagte Dr. Thomas Bergholz bei der Übergabe des Schriftstücks in der Ludwigskirche. Bergholz, inzwischen als Oberkirchenrat Beauftragter der evangelischen Landeskirchen bei der Regierung des Saarlandes, hatte das Manuskript bei Aufräumarbeiten im Zuge seines Stellenwechsels gefunden und sich um ein dauerhaftes Zuhause für die Partitur bemüht. Das Presbyterium der Kirchengemeinde Saarbrücken-Mitte entschied schließlich, das Dokument – zusammen mit einem weiteren kurzen Driessler-Stück – dem Landesarchiv zu übergeben.
„Die Driessler-Manuskripte ergänzen unsere Archivalien zum Wiederaufbau der Ludwigskirche und die im Landesarchiv vorhandenen Nachlässe bedeutender Musiker“, sagte Dr. David Schnur, Direktor des Saarländischen Landesarchivs, der sich für die vertrauensvolle Übergabe der historischen Kompositionen bedankte. Die Manuskripte seien bereits datenbankgestützt erschlossen worden und stünden ab sofort Interessierten zur Nutzung im Lesesaal des Landesarchivs bereit.