Internationaler Kochkurs 10:00- 14:00 Uhr
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Der Kirchenkreis An der Saar, der sich zum ersten Januar 2026 durch Fusion aus den bisherigen evangelischen Kirchenkreisen Saar-Ost und Saar-West gebildet hat, ist zu seiner ersten Kreissynode im Lokschuppen in Dillingen zusammengetroffen.
Zukunftsfragen im neuen Kirchenkreis: Ausprobieren ermöglichen
Nachdem die formelle Vereinigung der beiden Kirchenkreise und die damit verbundenen Struktur- und Verwaltungsfragen im vergangenen Jahr geklärt werden konnten, war es das erklärte Ziel der konstituierenden Synode, eine inhaltliche und kulturelle Weiterentwicklung anzustoßen. Oder, wie Moderatorin Eva Kammigan betonte: „Wir möchten gemeinsam einen neuen Stil prägen und eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die von Transparenz, Spiritualität und echter Geschwisterlichkeit geprägt ist.“
Zu diesem Zweck hatte sich eine achtköpfige Vorbereitungsgruppe über viele Wochen Gedanken gemacht, wie die Tagung didaktisch und partizipativ ansprechend gestaltet werden kann. Heraus kam ein Tagungsprogramm mit einer Mischung aus geistlichen, methodischen, formalen und musikalischen Elementen, bei dem Rückblick und vor allem Ausblick im Vordergrund standen.
Nach einer Roadmap, die die Wegpunkte bis zur Fusion anschaulich und manchmal augenzwinkernd visualisierte, waren alle Synodalen und Gäste im Rahmen eines Worldcafés aufgefordert, ihre Gedanken zu maßgeblichen Themen wie Leitungsverständnis, Zukunftsfragen oder Konzeptionellem mitzuteilen.
So wolle man künftig Kirche erleb- und vor allem nahbarer gestalten, etwa durch Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten und zu ungewöhnlichen Zeiten. Es müsse künftig mehr als bisher möglich sein, Dinge auszuprobieren, auch wenn sie mal scheiterten, wie Andreas Storb aus Lebach zusammenfasste.
Auch der Wunsch nach einer guten Ökumene wurde geäußert. Ein Gedanke, den Olaf Harig, der katholische Dekan des Pastoralen Raums Dillingen, der als Gast an der Tagung teilnahm, gerne aufgriff. Er sehe da viel Entwicklungspotenzial, etwa in der gemeinsamen Nutzung von Räumlichkeiten. „Wir sollten Kontaktschwierigkeiten und Berührungsängste überwinden und als Christen in die Gesellschaft hineinwirken“, rief Harig auf.
Wichtig war dem Vorbereitungsteam der Synode zu betonen, dass alle Ergebnisse aus dem Worldcafé sowie der Evaluation der Tagung in die Klausur des Bevollmächtigenausschusses – des Gremiums, das den Kirchenkreis übergangsweise leitet – einfließen und auf dieser Basis der Synode im Herbst 2026 Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreitet werden.
Herausforderung Finanzen
Finanziell steht der neue Kirchenkreis vor großen Herausforderungen. Einerseits sind die Kirchensteuererträge im Jahr 2025 höher ausgefallen als ursprünglich prognostiziert. Dem gegenüber stehen aber erhebliche Kostensteigerungen, u.a. bei den Personal- und Sachkosten sowie durch eine merkliche Erhöhung der Umlagen an die Landeskirche für die Versorgungs- und Beihilfesicherung der Pfarrpersonen und Kirchenbeamten.
All das äußert sich in einem Fehlbetrag im Haushaltsplan des Kirchenkreises An der Saar von rund 963.000 Euro. Für das Jahr 2026 kann der Fehlbetrag aus den vorhanden Rücklagen entnommen werden, doch wurde bei der Einbringung in der Synode deutlich, dass das keine dauerhafte Lösung sein kann. Aus diesem Grund sind bereits Maßnahmen in Planung, die mittelfristig zu Kostenersparnissen führen werden.
Umwidmung von Pfarrstellen
Eine dieser Maßnahmen gingen die 136 Synodalen aus den 24 Kirchengemeinden des Kirchenkreises im Verlauf der Tagung an. Die Synode beschloss die Umwidmung von zwei Pfarrstellen aus dem Schuldienst zu Gemeindepfarrstellen im neuen „Projektraum“ Saarbrücken-West, der zum 1. Januar an den Start gegangen ist. In den kommenden acht Jahren wird der Pfarrdienst in dieser Modellregion nicht mehr nach den Grenzen der Kirchengemeinden, sondern in dem sich bildenden Pfarrteam nach persönlichen Fähigkeiten und Neigungen sowie nach den wechselnden Bedarfen der Region organisiert und strukturiert. Gleichzeitig wird das Pfarrteam von fachfremden Aufgaben entlastet. Eine der beiden umgewidmeten Stelle kann unmittelbar besetzt werden, die andere voraussichtlich im Herbst dieses Jahres.
Investitionen in Kindertageseinrichtungen
Nicht sparen, sondern investieren möchte der Kirchenkreis An der Saar im laufenden Jahr in seine Kindertageseinrichtungen, die über den Eigenbetrieb VEKiS (Vereinigte Evangelische Kindertagesstätten im Saarland) verwaltet werden. Die Umlage, die die Kirchengemeinden des Kirchenkreises an den VEKiS zahlen, wird um moderate drei Prozent erhöht. Die Erhöhung dient dazu, die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst aufzufangen, vor allem ab soll in die Infrastruktur der derzeit 31 evangelischen Kitas des VEKiS investiert werden. Unter anderem sind Maßnahmen zum Schallschutz und zur Digitalisierung geplant. Wie Christian Weyer, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschuss und des VEKiS betonte, wolle man gleichsam die Gespräche mit der Politik zur Finanzierung der Kindertagesstätten intensivieren. „Wir haben den Hinweis gegeben, dass der Trägeranteil auf Dauer nicht gewährleistet werden kann“, betonte Weyer. Mittelfristig müssten dafür Lösungen gefunden werden.
Wahl-Synode im Oktober
Ab Herbst soll der Kirchenkreis auch personell wieder mittelfristig aufgestellt werden. In den kommenden Monaten wird das Bewerbungs- und Besetzungsverfahren für die hauptamtlichen geistlichen Leitungskräfte des Kirchenkreises durchgeführt. Die Wahl des neuen Superintendenten bzw. der neuen Superintendentin sowie deren Stellvertretung (Assessor bzw. Assessorin) ist bei der nächsten Kreissynode am 23./24. Oktober in St. Ingbert geplant. Dann sollen auch der neue Kreissynodalvorstand sowie die meisten Ausschüsse, Gremien und Mandate für den Rest der Legislaturperiode bis 2028 besetzt werden.
Der Kirchenkreis An der Saar ist zum 1. Januar 2026aus dem Zusammenschluss der bisherigen Kirchenkreise Saar-Ost und Saar-West entstanden. Er umfasst weite Teile des Saarlands mit Ausnahme des Saarpfalz-Kreises, des Ostertals sowie einzelner Gemeinden im nördlichen Landkreis St. Wendel. Mit derzeit ca. 113.500 Gemeindegliedern in 24 Kirchengemeinden (davon fünf Gesamtkirchengemeinden) ist er der drittgrößte Kirchenkreis in der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Sitz der Superintendentur ist Saarbrücken. Bis zur Wahl des künftigen hauptamtlichen Superintendenten Ende Oktober 2026 wird der Kirchenkreis von einem Bevollmächtigtenausschuss unter dem Vorsitz von Pfarrer Christian Weyer geleitet.