Konfirmandenunterricht
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Der Preis der Ökumenischen Jury beim Max Ophüls Filmfestival geht in diesem Jahr an den Spielfilm „Wovon sollen wir träumen“ (D 2025) von Milena Aboyan und Constantin Hatz. Der Film lade „mit klaren Bildern dazu ein, genauer hinzusehen: auf Gewalterfahrung, Ausgrenzung, innere und äußere Kämpfe“, begründete die Ökumenische Jury ihre Entscheidung für das deutsche Drama.
Der Episodenfilm „Wovon sollen wir träumen“ beginnt mit der einmaligen, zufälligen Begegnung dreier Frauen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Laura, die jahrelang im Gefängnis saß und seit kurzem Freigängerin ist, sollte sich eigentlich aus Konflikten heraushalten. Als sie jedoch beobachtet, wie ein Mann die Kurdin Evîn an einer Lebensmittelausgabestelle rassistisch beleidigt, kann sie nicht anders als einzuschreiten. Was als verbale Auseinandersetzung beginnt, droht zu eskalieren. Die Polizistin Julia kommt, um den Streit zu schlichten. Was alle drei Frauen eint, ist ihr jeweiliger Überlebenskampf, den sie im Verlauf des Films auf sich gestellt bewältigen müssen.
Der Film zeige in einem behutsamen Erzählfluss, dass Verletzungen und Menschlichkeit zusammenhingen, dass Empathie und Nähe möglich und zugleich schwierig sein könnten. Dies kommt in den vielschichtigen Problemen der Protagonistinnen zum Ausdruck. Evîn aus Syrien hat mit den zahlreichen Hürden als Ausländerin in Deutschland zu kämpfen. Daneben bewegt sie der Freiheitskampf in ihrer Heimat. Laura leidet unter den Folgen ihrer Haft und den Erinnerungen an die Tat, die sie ins Gefängnis gebracht haben. Sie versucht, sich über ein Engagement im Tierheim wieder an das Leben in Freiheit zu gewöhnen, hadert aber mit dem zerrütteten Verhältnis zu ihrer Mutter. Polizistin Julia ist privat in einer toxischen Beziehung gefangen, die sie und ihre kleine Tochter zunehmend in Gefahr bringt. Am Ende des Films stehe „die leise Hoffnung, dass Heilung möglich wird, wo jemand den Mut hat, aus dem Schicksalshaften auszubrechen“, so die Ökumenische Jury.
Der Preis der Ökumenischen Jury wird im Rahmen der allgemeinen Max Ophüls Preisverleihung in der Sparte „Spielfilm“ von der evangelischen und katholischen Erwachsenenbildung im Saarland vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert. Insgesamt werden in der Spielfilm-Sparte acht Preise verliehen.
Hintergrund
Seit 2015 sind die Internationale Kirchliche Film-Organisation INTERFILM und die Internationale Katholische Vereinigung für Kommunikation SIGNIS im Rahmen einer Ökumenischen Jury am Max Ophüls Festival präsent. Diese vergibt den von der evangelischen und katholischen Erwachsenenbildung mit 2.500 Euro dotierten Preis an einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb für lange Spielfilme.
Ausgezeichnet wird ein Film, dem „es mit wirklicher künstlerischer Begabung gelingt, ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die Zuschauer/den Zuschauer für spirituelle, menschliche oder soziale Fragen und Werte zu sensibilisieren.“ (Zitat aus den Juryleitlinien).
Film und Bild und bestimmen zunehmend die Art und Weise, wie gesellschaftliche Wirklichkeit wahrgenommen werden. Mit ihrem Engagement möchten die Landesorganisationen die kritische Auseinandersetzung mit diesen Medien fördern.
Informationen zur Ökumenischen Jury: Wolf-Dieter Scheid, Landesarbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung im Saarland, Tel.: 0681-68570176, Mail: wd.scheid@lag-eeb-sl.de