11. Dezember 2019

Diakonie übernimmt Vorsitz der Liga der der Freien Wohlfahrtspflege


Turnusgemäß wechselt die Federführung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar zum Jahresbeginn von der Arbeitsgemeinschaft der Diözesan- Caritasverbände im Saarland zur Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Den Festvortrag in der Feierstunde in Saarbrücken hielt Diakoniepräsident Ulrich Lilie.

Diakoniepräsident Ulrich Lilie wirbt für ein 21.Jahrhundert der Kooperation anstatt eines der Zäune und Grenzen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass die vielen Unerhörten im Land besser Gehör fänden, sagte er beim Federführungswechsel  in der "Diakonie am Kirchberg". Alle müssten daran arbeiten, dass „Zusammenhalt nicht einfach nur ein Schlagwort wird“. Ein Kanon gemeinsamer Werte reiche als Antwort nicht aus, betonte Lilie.

 

"Zentraler Akteur"

Die saarländische Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) und Bildungsministern Christine Streichert-Clivot (SPD) lobten die bisherige Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden. Der Beitrag der freien Wohlfahrtspflege ist nach den Worten von Streichert-Clivot für die Gesellschaft und das Bildungssystem unverzichtbar. „Die freie Wohlfahrtspflege ist ein zentraler Akteur, ein kooperativer Mitgestalter", sagte sie. Zudem stehe sie für Grundauffassungen und Werte wie Nächstenliebe, Solidarität, Toleranz und einen positiven Umgang miteinander.  Von den im Saarland vorhandenen 480 Einrichtungen für frühkindliche Bildung gehörten 320 zu in der Liga organisierten Verbänden, betonte die SPD-Politikerin. Der unbequeme, aber dialogbereite Austausch mit den Verbänden sei für die Politik zwar anstrengend, jedoch zöge sie auch viel Profit daraus.


Aktionsplan gegen Armut

Auch Sozialministerin Bachmann unterstrich die Bedeutung des kooperativen Miteinanders zwischen Politik und Wohlfahrtsverbänden. Das Thema Armutsbekämpfung „macht uns alle Sorgen, das schweißt uns zusammen", sagte die CDU-Politikerin. Sie gehe davon aus, den ursprünglich für September geplanten Aktionsplan gegen Armut im Januar „auch wirklich fertigzustellen".

Der bisherige Liga-Vorsitzende und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Diözesan-Caritasverbände im Saarland, Bernward Hellmanns, betonte, in der gemeinsamen Bearbeitung des Plans gut vorangekommen zu sein. Sobald dieser stehe, ständen alle Beteiligten, auch die Wohlfahrtsverbände, in der Verantwortung, die Vereinbarungen für klare Verbesserungen umzusetzen.

 

Demografischer Wandel eine der zentralen Herausforderungen

Der neue Liga-Vorsitzende Udo Blank sagte, dass die Verbände der Liga bei der Armutsbekämpfung bereits Gewaltiges leisteten. Für die Zukunft und seit über 20 Jahren sei auch der demografische Wandel eine der zentralen Herausforderungen für Politik und Gesellschaft, sagte der Leiter der Verbindungsstelle Saarland der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

 

Nach den Worten von Diakoniepräsident Lilie gehören neben dem demografischen Wandel eine immer heterogenere Gesellschaft, soziale Ungleichheit und die Digitalisierung zu den zentralen Herausforderungen. Es gehe etwa um die Fragen nach Zusammenhalt, der Schaffung von annähernd gleichwertigen Lebensverhältnissen oder einem selbstbestimmten Altern in Würde, erklärte der Diakoniepräsident. Lebenswertes Altern zu ermöglichen, sei eine nachbarschaftliche, kommunale und staatliche Aufgabe, unterstrich Lilie. Wenn etwa Vereine, Wohlfahrtsverbände und Kommunen daran arbeiteten, gäben sie den Vereinfachern keine Chance. epd

 





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