05. Juni 2020

Saarländische Justiz übergibt Zuwendungsbescheid an Sanktionsalternative „Tat & Rat“


Am Donnerstag hat Justizstaatssekretär Roland Theis unser Projekt „Sanktionsalternative Tat & Rat“ besucht und auch einen Zuwendungsbescheid übergeben. Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten erläuterten die Projektmitarbeitenden die Arbeit mit den straffällig gewordenen Jugendlichen.

„Durch die intensive sozialpädagogische Begleitung erreichen wir die straffällig gewordenen Jugendlichen und können bewirken, dass sie Probleme auch im schulischen, beruflichen und familiären Bereich angehen, welche nicht selten Auslöser für die begangenen Straftaten sind“, sagt Oliver Kremp-Mohr, Geschäftsführer der Diakonie Saar, bei einem Besuch von Justizstaatssekretär Roland Theis in der Einrichtung „Tat & Rat“.

Theis übergibt für die Saarländische Justiz einen Zuwendungsbescheid über 55.213,20 Euro und betont: „Jungen Menschen eine legale Perspektive zu bieten und frühzeitig gegenzusteuern, bevor der Weg in eine kriminelle Karriere nicht mehr zurückzudrehen ist, das ist das Ziel dieses Projekts. Dafür lohnen sich der Einsatz und die Mittel!“

Statt Jugendarrest gibt die Diakonie Saar den Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren in der ambulanten Sanktionsalternative „Tat & Rat“ eine Chance, in Workshops und in Einzelbetreuung ihre Tat zu reflektieren und neue Lebensperspektiven aufzubauen. „Die Zuschüsse des Justizministeriums sind für diese Arbeit besonders wichtig und signalisieren zugleich, dass die Gesellschaft ihr Interesse an den Jugendlichen nicht verloren hat“, so Kremp-Mohr.

„Tat & Rat“ der Diakonie Saar besteht seit 1986 und ist der Fachabteilung „Berufliche Integration“ zugeordnet. Rund 2500 straffällig gewordene Jugendliche aus den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel wurden in den letzten 34 Jahren je nach Schwere ihrer Straftat über einen bestimmten Zeitraum von den Amtsgerichten oder der Jugendgerichtshilfe dem Projekt zugewiesen. Der im Jugendgerichtsgesetz verankerte Erziehungsgedanke steht im Mittelpunkt der Arbeit. Das heißt, jede und jeder Jugendliche wird individuell sozialpädagogisch begleitet. Die Mitarbeitenden klären, welche Hilfen notwendig sind, etwa die Unterstützung in einer Drogenberatungsstelle oder Maßnahmen zur Berufsorientierung.

Herzstück von „Tat & Rat“ sind 30- bis 60-stündige Arbeitskurse, in denen über handwerklich-kreative Angebote Zugang zu den Jugendlichen gesucht und Vertrauen aufgebaut wird. Zudem werden Anti-Gewalt-Trainings durchgeführt. Im vergangenen Jahr organisierten die Jugendlichen mit Unterstützung der Mitarbeitenden Jana Winter und Rainer Ulrich gemeinsam ein kleines Fest für die Kindertagesstätte im Ort. „Die Jugendlichen waren tatkräftig dabei und die Kinder begeistert. So lernten sie, anderen etwas Gutes zu tun“, erzählt Jana Winter, Mitarbeiterin bei „Tat & Rat“.  

 

Parallel zu den Aktionen führen die Mitarbeitenden auch Betreuungsweisungen durch.  Dies sind vom Gericht angeordnete Einzelfallhilfen. Die Jugendlichen werden zwischen sechs Monaten und einem Jahr in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe, den Jugendämtern und anderen Beratungsstellen von den Mitarbeitenden intensiv begleitet.

 

Finanziert wird das Projekt aus Zuschüssen des saarländischen Justizministeriums, der Landkreise Neunkirchen und St. Wendel und der Stadt Neunkirchen, der Evangelischen Kirche sowie über Bußgelder und Spenden.

 





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